...wieder ein sehr gutmütig fliegendes Modell von LM - für einen Flieger-Kollegen gebaut.
Die Daten
Spannweite: 85cm / Länge: 79cm
Akku: 3S/1.800/20C, 145g
Regler: MAC 25A, 23g
Motor: KDA20-20L, 46g
Prop: 9x6 APC-Elektro, 17g mit Spinner
Schub: ca. 630g
Abfluggewicht: 480g
Strombedarf: max. 18A / Normalflug ca. 4A, Flugzeit ca. 7...25 min.
Video
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Zweiter Flug, lackiert (mit DigiCam)
[go...]
Baubeschreibung und -bilder
Die vorderen drei Rumpfstücke zusammenkleben. Und gleich taucht das erste, kleinere Problem auf: keines der Rumpfstücke passt nahtlos aufeinander. Abhilfe: Die Rumpfstücke an der Schnittkante unten aufbiegen bis sie passgenau aufeinander liegen und so Stück für Stück verkleben. Die Folge: unten entseht ein teilweise bis zu 7mm breiter Spalt, der später mit einem Streifen EPP wieder geschlossen wird.
Es folgt die Fläche: Die mitgelieferten und bereits eingeklebten dünnen Plastikstreifen für die FLächenstabilisierung kommen raus. Dafür ein 6er Carbonrohr rein. Mit einem zum Messer angeschärften Alu-Rundstab ein 6er Loch in die Fläche schneiden. Um den V-Winkel zu erzielen, die Fläche am Ende mit einem 36mm-Klötzchen unterlegen (entspricht etwa 5°), dann waagrecht zur Tischplatte schneiden.
Wenn die dünnen, mitgelieferten Plastikbänder herausgezogen sind, kommt in den frei gewordenen Schlitz ein 3x1mm Carbonstab. So wirds dann stabil - denn: die EPP-Flächen verziehen/krümmen sich erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit sonst sehr.
Flächen zusammengekleben: Aktivator ins geschnittene Loch, Sekundenkleber über den Rundstab verteilen und dann schnell rein damit und festhalten. Dann die Flächenwurzeln verkleben: mit Aktivator einsprühen. Erst unten, dann von oben aufbiegen, Sekundenkleber reinlaufen lassen und zusammendrücken.
Fläche in den Rumpf einpassen: über die Breite des Rumpfes vorne die Flächennase gerade schneiden und hinten die Querruder abtrennen.
Das zweite, kleinere Problem: der Flächenausschnitt passt ebenfalls nicht.
Abhilfe: Fläche waagrecht andrücken, Ausschnitt neu anzeichnen und ausschneiden. Aber ACHTUNG: so kann man schnell einen anderen Einstellwinkel für die Fläche schneiden und hernach stimmt die ursprünglich angedachte EWD nicht mehr.
So passt es jetzt.
Den Rumpf hinten etwas aushöhlen - kein "muss", aber spart Gewicht.
Höhen- und Seitenleitwerke sind aus 8mm dicken EPP - trotzdem aber sehr weich und lapprig. Das dünne Bändchen im HLW bleibt drin, aber ins Ruder kommt zusätzlich ein 3x0,5mm Carbonstäbchen. Dann die Mitte anzeichnen. Im Gegensatz zur Bauanleitung wird das Höhenruder nicht geteilt. So bleibt es stabiler und die mitgelieferte Drahtbrücke muss nicht eingeklebt werden. Für Bewegungsfreiheit des HR nach unten wird der Rumpf angeschrägt.
Das HLW vorne an den Rumpf festkleben - hinten noch nicht, um noch korrigieren zu können. Fläche in den Rumpf stecken und ausrichten - Foto machen und vermessen. Fläche und HLW sollen parallel zueinander und rechtwinklig zum Rumpf liegen. Wenn alles stimmt, die Flächenposition vorne und hinten an Rumpf und Flächen markieren und das HLW fertig verkleben.
Auch ins Seitenleitwerk wird zur Verstärkung ein 3x0,5mm Carbonstäbchen eingeklebt. Schräg - damit er sowohl in horizontaler wie waagrechter Richtung wirkt.
Dann gehts an die Flächenbefestigung - der Akkuschacht wird nicht von oben zugänglich ausgeschnitten, der Zugang erfolgt durch die Flächenöffnung. Ist zwar ein bischen unpraktisch (die QR-Servos müssen jedes Mal am Empfänger angesteckt werden), aber mit abnehmbarer Fläche lässt sich der Flieger so auch in einem Rucksack verstauen, wenn man mit dem Fahrrad zum Flugfeld fahren möchte. Die Fläche wird vorne in den Rumpf gesteckt und hinten verschraubt (wie es übrigens auch die Bauanleitung vorsieht).
Hinten wird der Flächenausschnitt mit einem Stück EPP gefüllt, auf das zur Vertsärkung noch ein Sperrholzplättchen aufgeklebt wird.
Die Steckverbindung vorne - ebenfalls mit Sperrholz verstärkt.
Auch die Fläche auf der Unterseite, wo sie in den Rumpf verschraubt wird, mit einem Sperrholzplättchen verstärken.
Das Seitenleitwerk aufkleben - mit einem Winkel die senkrechte Position einstellen.
Den Ausschnitt fürs HR nach oben ins SLW schneiden.
Nächster Schritt - der Motoreinbau: die mitgelieferte (und auf einen 400er Bürstenmotor ausgelegte) Motorplatte muss für den 28mm Bruschless-Motor aufgeweitet werden. 2mm-Löcher für die Befestigung des Motorkreuzes bohren. Der Motor wird mit 3mm Spaxschrauben auf die Sperrholzplatte geschraubt. Damit das Sperrholz nicht ausreisst, auf der Rückseite mit Epoxy zusätzlich verkleben und härten. Besonders an den Stellen der Spax-Schrauben. Dann die Motorplatte mit Aktivator/Sekundenkleber auf den Rumpf kleben. Zur Sicherheit mit 3mm Schaschlikstäben schräg in den Rumpf verzapfen: Dazu durch die Sperrholzplatte 3mm-Löcher in den Rumpf bohren, Aktivator reinsprühen, die Holzstäbe mit Sekundenkleber einstreichen, kräftig und schnell in die vorgebohrten Löcher drücken. Wenn fest, die Stäbe kürzen.
Motor und Regler sind fest verlötet (kein Übergangswiderstand durch Stecker/Buchsen und weniger Gewicht). Dann den Motor einbauen: Um Motorzug und -sturz einzustellen, wird das Motorkreuz (von vorne gesehen) oben links und unten rechts mit je einer 1mm dicken Unterlagscheibe und oben rechts mit 2 unterlegt. Damit zeigt die Motorwelle (in Flugrichtung) leicht nach unten und nach rechts.
QR-Servos links und rechts auf der Fläche anzeichnen, Schacht ausfräsen, Servos einkleben - ACHTUNG: Servogehäuse sind meist aus drei Teilen zusammengesetzt. Nie in der Nähe dieser Kanten kleben! Der dünnflüssige Sekundenkleber läuft ins Servo und verklebt dort die Ritzel. Für die Festigkeit genügen einige wenige Klebepunkte an den Ecken der Servos.
Kabelführung: zunächst auf der Unterseite der Fläche einen Schlitz einschneiden, dann durch die Fläche und auf der Oberseite weiter. Das Kabel läuft quasi schräg durch die Fläche und kommt oben raus, wo es in den Empfänger gesteckt wird.
In Verlängerung des Servohebels die mitgelieferten Ruderhörner einkleben. Dasselbe beim Höhenruder. Für den Bowdenzug des HR mit einem 2mm Federstahldraht von hinten nach vorne durch den Rumpf einen Kanal bohren (gut zielen ;-) und einziehen.
Aus den Resten des mitgelieferten EPP ein kleines Gehäuse fürs HR-Servo bauen und dieses damit einkleben.
Und - Pech gehabt! Durch das Aushöhlen des Rumpfes im hinteren Bereich kommt der Bowdenzug zu früh aus dem EPP innen heraus und der "freie" Weg bis zum Servo ist zu lang - das heisst, die gesamte Zugdraht-Mimik hat zuviel Spiel für ein Eigenleben. Was tun? Hilft nichts - den Rumpf wieder aufschneiden und ein Stück EPP zur Stabilisierung des Bowdenzuges einkleben. Eine spielfreie Anlenkung der Ruder ist Voraussetzung für ein präzises Flugverhalten.
Gut sichtbar auch die in die Sperrholzplatte eingepresste Kunststoffmutter für die Flächenverschraubung.
Die Anlenkung der Querruder erfolgt über ein langes "V" - damit kann im Nachhinein auf einfache Art die Nullstellung eingestellt (gebogen) werden und muss nicht per Fernsteuerung erfolgen (die Servoausschläge bleiben erhalten). Auch ergibt sich durch die V-förmige Biegung eine gute und einfache Befestigung im Servohebel: sie ist spielfrei und kann jederzeit einfach wieder aus- und eingehängt werden ohne Gefahr zu laufen, dass das Gestänge sich von selbst lösen könnte... Einfach mal ausprobieren - wers noch nicht kennt.
Zum Schluss der Akku. Mit ihm lässt sich der Schwerpunkt einstellen. Die vorgegebenen 61mm hinter Nasenleiste stimmen exakt. ABER - großes Maleur und einzigst bleibender, nicht korrigierbarer Schönheitsfehler dieses Modells. Durch die lange Front (die FW-190D heisst deshalb ja auch "Langnase") liegt das Motorgewicht sehr weit vorne. Obwohl der Bruschless mit 45g um gute 30g leichter als der vorgesehene 400er Bürstenmotor ist, müsste der Akku bis hinter das HR-Servo geschoben werden. Dort soll aber der Empfänger liegen - in diesem Fall noch eine 35MHz-Variante. Störungen wären damit sicher vorprogrammiert. Geht also nicht. Deshalb muss der Flieger ganz hinten am SLW mit zusätzlichen 14g Blei ausbalanciert werden.
Der Akku wird mit einem Klettband befestigt (Kabelmanager, 5m für wenige Euro im Heimwerkermarkt erhältlich). Dazu einen tiefen Schnitt in den Rumpf schneiden und mit Epoxy gut einkleben. So ist er fest und kann schnell gewechselt werden.
Fertig - vorerst. Denn der nächste Schritt ist der Erstflug. Der Flieger bringt mit dem 3S/1800/20C-Akku 465g auf die Waage - ohne das Zusatzgewicht hinten. Mit ihm sind es zirka 480g. Ein gutes Gewicht für ein Modell dieser Größe und einem Schub von etwas über 600g.
Der Erstflug - folgte schon einige Stunden später: Völlig problemlos. 45% Expo aufs HR und 60% Expo auf QR ergeben sehr weiche Figuren. Mit einer QR-Differenzierung von +15% geht die Dora ohne HR-Unterstützung in weiten Kurven völlig gerade und eben durch. Dann folgen die Tests: Erster, EWD: auf Höhe gehen, senkrecht anstechen und stürzen lassen - stürzt senkrecht weiter, die EWD stimmt. Glück, denn der nachträglich vorgenomme Flächenausschnitt hätte auch etwas anderes ergeben können. 2-ter Test, Schwerpunkt: Wieder Höhe, 45° anstechen - fängt in sehr langem Bogen ab - der Schwerpunkt liegt also fast einen Tick zu weit hinten. Der Rückenflug bestätigt dies: es geht fast ohne drücken auf dem Rücken. Kann aber so bleiben, denn das Modell liegt in jeder Fluglage absolut stabil in der Luft. 3-ter Test, das Abrissverhalten: ist relativ gutmütig - kippt dann aber doch über rechte Fläche ab. Kommt jedoch nicht überraschend und kann auch so bleiben. Dann werden alle Flugfiguren durchgeflogen - der Flieger macht alles gutmütig und willig mit: Rollen (schnell und langsam), Looping und Negativ-Looping, senkrecht hoch, langsam und Vollgas. Bei Vollgas fliegt das Modell kaum schneller als bei Halbgas, das EPP wird zur Bremse. Ist halt so. Dafür fliegt es aber ansonsten traumhaft stabil und gutmütig. Auch der Landeanflug mit Starrprop ist absolut kein Problem. Stromverbrauch nach etwa 12..14 Minuten Flugzeit: 1.100 mA in den 1.800er Akku nachgeladen. Ohne Vollgas sind also gut 15...20 Minuten drin, inklusive herumturnen. Alles in allem: außer schnell alles super!
Zuletzt noch das Design. Eine "Rote 1" solls werden. Aber ohne weiße Streifen unten.
Das Cockpit - Kopie einer original Instrumententafel...
Die Haube ist auf Passform geschnitten, die Fensterstege sind in Flugzeugfarbe lackierte Klebefolie
Und so liegt sie nun und wartet auf die nächsten Flüge...
Auf die Motorplatte ist die Kopie eines original Motors geklebt.
Und die Unterseite der "roten 1". In der Rumpfmitte der Luftauslass.
Bilder vom zweiten Flugabend