Baubilder - Mustang, M 1:12 (94cm)
Zwei Prototypen aus Styrodur
Vorbereitung und Schnitte
Der Plan - stammt aus dem Internet und ist etwas überarbeitet. Basis ist die P51-D.
Der Flächenbau...
Die Flächen wurden gerade geschnitten und die Pfeilung in der Flächenmitte durch Einfügen entsprechender Keile gemacht. Vorteil: die Fläche besteht nur aus 2 Teilen und sie lässt sich leichter Schneiden. Nachteil: die Profiltreue geht etwas verloren - bei dieser Größe aber zu verschmerzen.
Dann wird mit einem zum Rundmesser angeschärften Alu-Stab ein Rundloch in die Flächen für die Aufnahme eines 6er Carbonrohres geschnitten. Damit dies waagrecht und gerade ist, wird es entsprechend unterlegt. Das Carbonrohr mit Ponal einkleben und am Flächenende ca. 1 bis 2cm herausstehen lassen. Dieses Stück ragt beim Verleimen der beiden Flächenhälften in die jewiels andere hinein und stabilisiert so den Flächenstoss. Die beiden Flächenhälften mit UHUpor verkleben (heften) und den Stoß mit Ponal nachleimen (aushärten lassen, gibt Stabilität).
Der Stoß ist auf der Oberseite zusätzlich mit kleinen Carbonröhrchen verstärkt (mit Ponal einleimen). Beim Verleimen der beiden Flächenhälften den V-Winkel von ca. 5° durch entsprechendes Unterlegen der Randbögen einstellen. Die QR werden an den markierten Stellen mit ca. 7mm breiten Streifen einer Overhead-Transparentfolie und UHUpor angeklebt. Der Spalt wird anschließend mit einem matten Tesastreifen überklebt (für bessere Haftung zuvor die Styrodurseite mit UHUpor einstreichen).
Die QR sind über die gesamte Fläche durchgezogen und können zusätzlich mit einem 0,5x3mm dünnen Carbonstäbchen stabilisiert werden - dies ist allerdings nicht erforderlich, denn nach dem Bespannen mit Hemden- oder Japanpapier sind sie auch ohne absolut fest. Einbau des Servos etwa 10...15cm von der Rumpfmitte entfernt. So verteilt sich Zug und Druck besser auf die gesamte QR-Länge. Dann folgt die Bespannung mit Hemden- oder Japanpapier: hierzu Ponal 1:1 mit Wasser verdünnen, Fläche einstreichen, Papier aufbringen, ebenfalls mit Ponal bestreichen und gleichmäßig glätten. Tipp: ca. 10-15cm breite Streifen von außen nach innen aufbringen - geht leichter, gibt weniger Falten. Kleine Falten glätten sich beim Trocknen von selbst.
Die Leitwerke...
Bei den Leitwerken haben wir uns diesmal für den "Fachwerkbau" entschieden: Sehr aufwändig, aber in Punkto Stabilität und Gewicht wohl das Otpimum. Aus 4,5mm Balsabrettchen werden Streifen zu 3, 1 und 0,8cm geschnitten. Dann kanns losgehen...
Im nächsten Schritt werden die Zwischenräume aus (sehr) leichtem Styrodur gefüllt. Eingeklebt mit Ponal. Wenn ausgehärtet ergeben die vielen zueinander versetzen Ponalklebekanten die Stabilität.
Wie immer heißt es bei Ponal - aushärten lassen und warten... Danach in Form schneiden und verschleifen. Die Ruder anschrägen und an die Leitwerke in die Drehkante ein 3x1 mm Carbonstäbchen kleben.
Der Rumpf - von Hand aus dem Block geformt
Der Anfang: im Baustoffhandel eine Styrodurplatte holen und im Baumarkt auf das Rohmaß des Fliegers sägen lassen. Das sind die Ausgangs-Foam-Blöcke.
Als nächstes den Plan in 1:1 mit einer Spannweite von 94cm ausdrucken, ausschneiden und auf den Styrodurblock übertragen. Zuerst die Seitensicht mit einer feinen Metallsäge ausgesägen - inklusive dem Flächenausschnitten vorne und hinten.
Die Flächen "ein"-passen...
...aus der Seitenansicht (1) die Draufsicht (2) aussägen...
...den Rumpfkasten mit dem Messer angeschrägen (3) und mit dem Schleifblock verschleifen (4).
Und da liegen sie dann, die beiden handgefertigten Rümpfe.
Den Ausschnitt für die Akkuklappe setzen: hier folgen wir den Blechstößen des Originals. So fällt die Öffnung später (hoffentlich) am wenigsten auf.
Jetzt gehts ans Aushöhlen: mit einer Lötpistole und einem zeimlich langen Hitzedraht (Kupfer, ca. 0,8mm) wird ein langes Rechteck geformt und dann gehts los. Erst die Mitte, dann nach hinten und nach vorne, soweit es geht und letztlich von vorne das Rundloch für die Motoröffnung.
Fertig - soweit. Es muss innen nicht 100%-ig gerade und glatt sein. Wichitger ist das Heiß-Schneiden: denn so wird die Oberfläche des Styrodur verschweißt und gibt zusätzliche Stabilität. Cooler Durchblick...?
Zwei Piloten warten auf den weiteren Fortgang und ihren baldigen Einsatz...
Interessanter Größenvergleich: parallel zu den beiden Mustangs entsteht gerade auch die 2-motorige Focke FW-187, ebenfalls im Maßstab 1:12. Eigentlich ein größeres Flugzeug - dachten wir. Denn wenn die beiden so nebeneinader liegen - ist die FW doch ganz schön filigran. Oder die Mustang etwas gr0ß. Wahrscheinlich beides. Denn die Mustang ist mit 11,28m Spannweite deutlich größer als z.B. ihre Kollegen, die Jak-9 (9,77m) oder MiG-3 (10,20m).
Die Motorplatte (4mm Sperrholz) ist aufgeklebt (Epoxy) und mit ca. 8cm langen Schachlikstäbchen in den Rumpf verzapft (Ponal). Nach dem Aushärten werden die Stäbe abgeschnitten - ca. 1...2 mm als "Widerlager" stehen lassen, damit die Motorplatte nicht über die Stäbe "gezerrt" werden kann.
Das Motorkreuz ist mit Spax-Schrauben befestigt: 1mm vorbohren, die Spax-Schrauben reindrehen ("schneiden"), dann wieder raus und das Gewindeloch mit Sekundenkleber aushärten. Der Prop ist der vorläufige für den Erstflug.
Haube und Cockpit
Die Haube ist ebenfalls aus Styrodur geformt, die Fensterstege aus Karton darüber geklebt. Schrumpfschlauch drüber und dann wird geschrumpft. Nicht besonders stabil, aber geht schnell und einige Modelle fliegen damit nun schon jahrelang.
Das Cockpit wird gebaut: die Instrumententafel (aus dem Internet und perspektivisch "gerade" gezogen), der Sitz und die (vermutlich verschließbaren und festgeschraubten) Flugkisten hinter dem Sitz. Alles aus Styrodur geschnitzt.
Montage...
Zuerst die Flächen einkleben...Achtung: auf der einen Seite darf das QR erst nach dem Einbau angeklebt werden => damit man die Fläche durch den Rumpf durchschieben kann ;-)
Flächen und Leitwerke müssen müssen rechtwinklig zum Rumpf sein und horizontal zueinander liegen (wir haben Fotos gemacht und am PC vermessen. Wer ein gutes Augenmaß hat, kann das natürlich auch so...). Zuerst die Flächen einpassen - nach ihnen richten sich dann die Leitwerke. Die richtige Position wird angezeichnet, dann wird alles mit Ponal eingeklebt - und? Eine Nacht lang zum Aushärten liegen gelassen.
Um den durch die Öffnung der Akkuklappe geschwächten Rumpf wieder zu festigen, werden zwei 3mm-Carbonrohre eingeklebt. Die 2mm-Bowdenzüge wurden mit einem angeschärften 2mm-Federstahldraht durchs Styrodur gebohrt (gut zielen, dann geht das schon...).
Für eine höhere Festigkeit bei Landungen haben wir den Rumpfboden bis hinter den Ölkühler mit Epoxy eingestrichen.
Die Akkuklappe wird vorne mit Hilfe eines angeklebten Styrodurprofils in den Rumpf geschoben und hinten von einem Magnetverschluss gehalten.
Um den Schwerpunkt besser zu halten, sitzen die Servos für Höhe ud Seite recht weit vorne, stabilisert durch einen Quersteg. Auch die Bowdenzüge werden über einen Quersteg befestigt. Die Quertsege haben gleichzeitig den Vorteil, dass man den Flieger fester anpacken kann und nicht gleich zusammen drückt.
Der GHz-Empfänger dahinter ist noch ein Provisorium. Akku und Regler liegen vorne, hinter dem Motor. Damit sie im Fall des Falles nicht auf den Motor "crashen", ist zwischen Motor und Akku ein Stab von oben nach unten durch den Rumpf geklebt (Pfeil).
Die Züge für Seite, Höhe und Querruder sind exakt gebogen und ohne weitere Hilfsmittel direkt eingehängt.
Das Abfluggewicht mit dem 1.300er Akku liegt jetzt bei 578g.
Fertig für den Erstflug... 580g und größer 1,1kg Schub.
Erstflug bei viel Wind, aber erfolgreich. Kein Nachjustieren, nicht mal trimmen - stimmte alles. Schönes Flugbild und super schönes Abrissverhalten (s. Video). GPS-Daten auch gut. Die Standard-Tests müssen aber bei ruhigerer Wetterlage nochmal wiederholt werden. Bei Windstärke 5 lassen sich keine verlässlichen Aussagen treffen.
Spinner an den Rumpf anpassen...
Der Spalt wird mit 4mm Depron gefüllt und verschliffen. Ok - es ist ein ziemlich billiger Plastik-Spinner für 1,60 EUR. Eigentlich viel zu billig für diesen Flieger. Aber seine elliptische Form passt gut zur Mustang. Wir werden ihn schleifen und rot lackieren (erster Hinweis auf die Farbgebung. Nein - es wird keine rote).
Zum Schluss das i-Tüpfelchen - der Übergang von Fläche zu Rumpf: einen angeschrägten Styrodurstreifen ankleben. Auf der Flächenseite mit Ponal einstreichen (bleibt beweglich) und auf der Rumpfseite mit UHUpor. So kann der Streifen über die Flächen passgenau an den Rumpf geschoben werden und haftet dort sofort fest, während das Ponal langsam aushärtet. Anschließend den Bogen mit der Rundfeile vorformen und verschleifen.
Lackierung...
Roter Spinner, schwarzer Rücken, Invasionsstreifen, rote Randbögen und Seitenruder - der Rest ist das Felgensilber, da sehr leicht => es kamen gerade mal knappe 5g Gewichtszuwachs drauf.
Und die Lackierung der Zweiten...
Blauer Rücken, blaue Leitwerke...
...Invasionsstreifen, markante Randbögen - der Rest ist wieder das Felgensilber, da sehr leicht und kratzfest.
Prop und Spinner sind noch provisorisch - es soll ein 50mm-Spinner mit Klapp-Prop (9x7?) drauf.
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