|
Corsair 1,20m, EPP, Baubericht von Tobias Den Wunsch nach was eigenem umgesetzt... Hier nun ein „Mini-Baubericht“ der 1,20m Corsair von ……….. Gleich nachdem die Sendung bei uns eintraf, wurde der Inhalt auf seine Vollständigkeit geprüft! Alles komplett und sogar die Schnittkerne vom Rumpf wurden mit eingepackt, welche man sich für spätere Reparaturen aufheben sollte. Positiv viel mir weiter gleich die saubere Arbeit auf. Nicht ein Teil wies auch nur den geringsten Schnittfehler auf! Ich hasse es Modelle für teures Geld zu kaufen und dann gleich an Flächen oder Rumpf Schleifen zu müssen, weil jemand mit dem Heißdraht hängen geblieben, oder gar abgerutscht ist. Hier passen selbst die Bauteile untereinander ohne größere Abweichungen und erfordern keine Nacharbeit! Wichtig auch: Die Bauanleitung ist lesbar, verständlich und würde auch einem Laien zum Bau genügen!!! *zehn Daumen hoch* Gleich vorweg! Knifflig ist lediglich der Bau der Flächen. Hier gibt es vom Hersteller einen Winkel, den man sich auf Pappe o.ä. kleben sollte. Dieser dient als sog. Lehre um die Flächen im richtigen Winkel zueinander zu verkleben. Ebenfalls mitgeliefert werden alle Kohleverstrebungen sowie kleine Sperrholzplättchen die als erstes einzusetzen sind. Zuerst wurden also die Flächen mit Hilfe der Winkellehre stumpf aneinander geharzt. Dann die Sperrholzplättchen in vorgeschnittene Öffnungen mit ein wenig Harz geschoben. Danach wurden die Winkel nochmals kontrolliert und das Ganze zum trocknen in Ruhe gelassen. 5-Min-Epoxy braucht dazu ja zum Glück nicht all zu lange ;) Dann wurden mit Hilfe eines Eddings Schnittlinien für die Kohlefaserverstrebungen gezeichnet. Hierbei haben wir uns exakt an die Anleitung gehalten, da wir kein Risiko bei der Flächensteifigkeit eingehen wollten. Wichtig ist, dass man sauber schneidet! Ich ziehe es vor, die Schnittfugen am Schluss mit eben genau diesem Material wieder zu füllen und je genauer man dies macht, umso weniger sieht man nach dem Lacken noch etwas davon. Wie man sieht ist genügend Material vorhanden, um die Schnitte möglichst tief zu machen. An dieser Stelle hatten wir uns überlegt, alle Kabel eben durch diese Fugen zu legen um die Fläche nicht unnötig aufschneiden zu müssen. Und was da noch so unschön unten absteht, wurde am Schluss einfach sauber mit dem Cutter abgeschnitten, ohne dass man davon noch etwas gesehen hat. Wichtig noch, dass man nach dem Kleben der Kohleverstrebungen nochmals auf den Winkel der Fläche achtet, da man doch dazu neigt, hier nochmals Verzug zu produzieren. Also ZEIT lassen bei diesem Arbeitsgang!!!!!! An dieser Stelle wurden ebenfalls alle Klebeverbindungen mit Harz gefüllt, um eine möglichst hohe Festigkeit zu erlangen. Hier mal beim ersten Probesitzen im Rumpf! Abweichend vom Bauplan habe ich jeweils ein Kohleflachprofil in die Querruder eingeharzt, da diese doch recht groß sind und aufgrund des Materials für meinen Geschmack etwas zu wabbelig waren. Sieht schon sehr viel versprechend aus. Ganz ehrlich…, einen Vogel in dieser Größe zu bauen macht gleich noch mal doppelt so viel Spaß. Nun sollte das Heck dran glauben! Da wir ja auch gleich die Flugbeleuchtung mit berücksichtigen mussten, gingen wir etwas abweichend vom Plan vor. Hier musste zunächst ein Loch für den Blitzer (weiß) unter dem Rumpf und dem Blitzer (rot) über dem Rumpf geschnitten, mit LED versehen, geklebt und verkabelt werden. Zudem mussten die Bowdenzüge auch gleich rein und da sollte man sich beim verlegen etwas Zeit lassen und Heck- sowie Seitenruder provisorisch zum Probesitzen einschieben, damit am Ende auch alles passt. Hier wurde der Rumpf mit Hilfe einer Funkantenne durchstochen, denn ich mag es wie gesagt nicht, wenn am Modell unnötig rumgeschnitten wird! Wie man auch erkennt, haben wir die Züge extrem lang gelassen. Warum, folgt im übernächsten Schritt. Der Vogel wird nicht nur schön sondern auch riiieeeesig. Wie man hier erkennt, habe ich mit Edding kleine Markierungen rund um den Rumpf gemacht, um beim Harzen nicht noch unnötig nachmessen zu müssen. Ich hatte ja den Umstand, dass die Fläche ebenfalls Verkabelt werden musste und diese dann an die Kabel vom Heck zu löten! Die sauberste Lösung war für mich eben diese Lötarbeiten vor den Klebearbeiten zu erledigen, womit Fläche und Heck dann schon über die Kupferlackdrähte der Flugbeleuchtung aber nicht über den Rumpf verbunden waren. Seeehr umständlich, da alles vorher gesteckt, gemessen und angezeichnet werden muss! Aber jeder der schon einmal gelötet hat, weiß wie schnell man unschöne Löcher mit tropfendem Lot oder Lötkolben ins EPP brennen kann. Damit man eine Vorstellung von dem bekommt was ich meine, hier ein paar inspirierende Bilder: Hier nun richtig gepolt, gelötet und bereit mit dem Heck verbunden zu werden. Zuerst wurde jedoch die Fläche auf den Mittelrumpf und danach erst das Ganze mit dem Heck geklebt. Wie gesagt, nicht nach Plan, da Schnick-Schnack immer Mehrarbeit erfordert!!! Fläche auf Rumpfmittelteil sind geklebt! Hierzu wurden die Flügelkonturen beim Probesitzen mit Edding nachgezogen. Heck auf Mittelteil geklebt. Und nochmals alles nachgemessen, da ich penetrant auf Genauigkeit achte… Das Seitenleitwerk wird übrigens ebenfalls mit einem Kohlerundprofil verstärkt. Was mir ebenfalls positiv an diesem Bausatz auffiel. Da wabbelt und wackelt nichts mehr in der Luft! Dieses habe ich mir denn auch bis zum Schluss aufgehoben. Hier wurde einfach das Seitenruder auf das Heck angehalten, die Bohrung für den Kohlestab gemacht und dann einfach mit Epoxy aufgeklebt. Die Rechtwinkligkeit lässt sich dann einfach durch Anhalten eines Geodreiecks auf das Höhenruder prüfen. Der Pfeil zeigt wie sich hier auch schön ein Antennenkabel verlegen ließe. Hier erst einmal die Schönheitsarbeiten nach jenem Arbeitsgang: Nun kam der Motorträger an die Reihe! Ich verfolge sehr oft diverse Bauberichte in Foren und staune über die vielfältigen Lösungen, die sich manch einer einfallen lässt, nur um einen Motorspant zu befestigen. Mit Sicherheit haben diese ihre Berechtigung, da mir selbst schon mancher Motor samt Spant ohne Flugzeug davon flog… Jedoch haben all diese Lösungen einen Haken! Wenns denn doch einmal zu einer Bruchlandung kommt, sind mir die Reparaturarbeiten meist viel zu umständlich und meiner Meinung nach absolut nicht im Sinne eines EPP Fliegers. Somit sollte es einfach, schnell zu bauen (manch einer wird sicher was zu meckern haben), aber auch einfach wieder zu flicken sein, wenn mal was passiert. Und das Wichtigste: es soll trotzdem bombenfest halten!!! Also erst einmal die Flugzeugnase zusammenkleben und los geht’s. Dremel mit Schmiergelaufsatz auf niedrigste Drehzahl und eine Stufe schön leicht mit Zug und Sturz in die Nase der Corsair geschliffen. Darauf kam ein Selbstgebauter Trägerring aus einer PC Platine mit viel Harz. Hier bloß nicht sparen und mit Einweg-Gummiehandschuhen schön rundherum ins Material einmassieren. Das Ganze natürlich auch auf der Rückseite machen! Die Lösung mit dem Kunststoffring hält absolut perfekt, selbst mit unserem später folgendem Leistungs-Update. Falls es doch einmal zum Absturz kommen sollte, bricht an dieser Stelle auch der mitgelieferte Holzspant auf dem der Motor sitzt zuerst. Dies ist quasi eine gewollte „Knautschzone“ um den Flieger selbst vor möglichst größeren Schäden zu bewahren. Was mir nun wieder auffält, ist das große Raumangebot im Inneren der Corsair. Hier haben spätere Flugtests gezeigt, dass da noch einiges an Zuladung möglich ist aber dazu später! Wie man sieht wurde hier das Leitwerk auch gleich mit geharzt und es sitzt absolut perfekt. Zum Schluss schnitt ich die Wartungsklappe aus dem Rumpf. Deshalb erst so spät, weil ich ein Verwinden vermeiden und mir sicher sein wollte, dass diese groß genug, aber nicht zu groß wird, um Stabilität zu nehmen. Eingeharzt wurde ein starker Neodym-Magnet und als Gegenstück in die Wartungsklappe ein Holzstift (bei Ikeaschränken bleiben ab und an mal Reste übrig). Ein passendes Loch in den Rumpf gebohrt und ebenfalls mit einem Holzstab rundherum von innen mit Harz eingeleimt, um ein Ausfransen zu vermeiden. Ich denke diese Arbeitsschritte sind so marginal, dass ich mir die Fotos an dieser Stelle spare… Zu erkennen sind hier auch die Bowdenzüge, die ich wie gesagt ungekürzt verbaut habe. Siehe da, nun kommt man bequem überall ran, ohne den halben Flieger zerlegen zu müssen… und da ist ne Meeenge Platz. Hier noch zwei Bilder vom fertigen Rohbau! Dies ist übrigens eine 8-Kanalfunke, seeehr günstig bei Conrad zu beziehen! Ich erwähne dies für alle Einsteiger die nach einer kostengünstigen Alternative suchen und mit diesem Modell liebäugeln! Ich selber bin aus langer eigener Erfahrung immer skeptisch und war der Meinung, dass Warbirds und Flugeinsteiger nicht zusammen gehören. Nun hat sich eben diese Corsair als dermaßen gutmütig erwiesen, dass ich selbst einem unerfahrenen Anfänger die Funke kurzerhand in die Finger drücken würde. Achtung! Das Modell hat absolutes Suchtpotenzial!!! Geflogen wurde am Anfang mit einem kleinen billig China-Aussenläufer : Duci D3012-T und einem Cam-Folding-Prop von Graupner 25-20, 10x8“ mit LiPo 11.1V 2200mAh und 30A Brushlessregler. Dies war völlig entspannt und man konnte locker 10min. und ein wenig länger in der Luft bleiben. Nun wollten wir aber wissen, (ich sprach es bereits an) was man aus dem Modell wirklich rausholen kann! Also kam dann im Oktober ein Update: Brushless Motor C3536-1250kv
Was soll ich sagen?! So langsam wie man sie vorher machen konnte, wird sie nun auch pfeilschnell! Selbst meiner kleinsten Mustang mit nicht mal 1m Spannweite und einem Aussenläufer mit 1.2kg Schub fliegt die davon. Senkrecht, Rollen, Trudeln und spektakulär tiefe Überflüge mit ordentlich Tempo sind ganz entspannt und lassen allenfalls den Puls vor Freude (bei manchem Tipp ich auf Erregung*g*) in die Höhe schnellen. Die F4U ist nun satte 20min. in der Luft und hat noch Reserven! Hier nun die Bilder nach der Fertigstellung und dem Motorupdate. Gut zu erkennen ist der neue Motorspant aus Kunststoff. Der originale aus Holz, hat den Belastungen mit dem stärkeren Motor einfach nicht standgehalten. Ebenfalls zu sehen ist hier das Soundmodul von Benedini. Wer sich für solch Schnick Schnack interessiert, einfach mal googlen. Der Preis liegt bei 160 Euro, es wird allerdings nur vom feinsten geliefert. Der Verstärker incl. Box machen einen Höllensound und zusammen mit einem USB Modul ist das Ganze auch noch nach belieben selbst bespielbar! Der Hersteller liefert allerdings von Haus aus und nach Wunsch den passenden Sound zum jeweiligen Modell und ist seeehr kulant was Kundenwünsche anbelangt. Einen besseren Bausatz aus EPP und mit dieser Spannweite wird man derzeit nicht finden! Die Teile sind Top geschnitten, nichts fehlt und der Hersteller hat auch wirklich nichts dem Zufall überlassen! Hier wurde ausgiebig getestet und man merkt, dass die Jungs selbst dieses Hobby ausüben und um manch Wünsche und Probleme der Fliegerkollegen wissen. Wer den Flieger frei nach Plan baut, wird ohne Probleme ein hervorragendes Modell innerhalb von 1-2 Tagen zustande bringen. Flugverhalten, Aussehen und Preis- Leistungsverhältnis sind Top! Es kann ja jeder mal im Netz Vergleichsangebote suchen… Ich würde dieses Modell auch Flugeinsteigern empfehlen, die sich einfach nicht mit den bisher Angebotenen Sets anfreunden können (schön sind die ja wirklich nicht…). Hier kann man ohne Reue sofort zugreifen! Absoluten Bauanfängern rate ich jedoch, zuvor diverse Bauberichte zu studieren, oder besser noch jemand erfahrenes an seiner Seite zu haben. So wurde im Übrigen auch dieser Bau durchgeführt. Ich habe die wichtigsten Arbeiten übernommen, mich um anfallende Detaillösungen gekümmert (die es ja nur wegen der vielen Updates gab) und ansonsten nur Hand angelegt wenn dies nötig war. Bisher war dies der spaßigste Bau seit ich dieses Hobby betreibe und ich freue mich schon darauf, wenn mein Wingman mit einem neuen Karton vor mir steht und wir uns die Nächte um die Ohren schlagen.
|